„Urprall statt Urknall – Was geschah vor 13,8 Milliarden Jahren?“

Vortrag von Dr. Anna Ijjas,

19. Mai 2021, 19:30 Uhr

Palais Adelmann

Kosmische Entwicklung in einem zyklischen Universum: der Urknall wird durch einen „Urprall“ ersetzt.

„Urprall statt Urknall – Was geschah vor 13,8 Milliarden Jahren?“
Vortrag von Dr. Anna Ijjas, Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik, Hannover

Hatte das Universum einen Anfang? Gehen Raum, Zeit und Materie aus einem ersten Ereignis hervor, das wir herkömmlich „Urknall“ nennen? Dies ist zumindest die Lehrmeinung der Physik seit etwa fünfzig Jahren.  
Es gibt allerdings gute Gründe, das vorherrschende Paradigma infrage zu stellen und eine alternative Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Vielleicht ist unser expandierendes Universum das Ergebnis eines „Urpralls“, also des Übergangs aus einer frühen Epoche, in der sich Raum, Zeit und Materie langsam zusammenziehen, bevor sie sich wieder ausdehnen würden. Es kann sogar sein, dass sich der Kreis von Kontraktion, Urprall und Expansion wiederholt. Wir könnten in einem zyklischen Universum leben, wo unsere Vergangenheit im gewissen Sinne auch unsere Zukunft ist.
Im Vortrag werden wir dieser neuartigen Vorstellung nachgehen und sie dem herkömmlichen Bild entgegensetzen.

Anna Ijjas ist theoretische Physikerin und arbeitet an der Schnittstelle von Gravitationstheorie und Kosmologie. In Ungarn geboren, studierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Mathematik und Physik. Nach einem kurzen Abstecher in die Philosophie der Physik, der ihr im Jahr 2010 eine preisgekrönte Dissertation einbrachte, schloss sie ihre (zweite) Promotion in theoretischer Physik im Jahr 2014 an der Humboldt-Universität zu Berlin ab. Ihre Dissertation beruht auf Forschungsergebnissen, die sie als Stipendiatin in Harvard und Princeton erbrachte. Danach wurde sie die erste John A. Wheeler Postdoctoral Fellow am Princeton Center for Theoretical Science und verbrachte die folgenden zwei Jahre an der Columbia University und in Harvard als leitende Wissenschaftlerin der „Origins of the Universe“-Initiative der renommierten Simons Foundation. Im Jahr 2019 trat sie die Stelle einer Lise-Meitner-Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover an.

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation mit dem Peutinger-Gymnasium Ellwangen.